Montag, 22. Juni 2009

Bewusst gewusst

Wer weiß,
Weiß wer,
Weiß mehr,
Wer wusste wer,
Weiß nicht mehr,
Wer,
Doch wusste wer,
Was dieser weiß,
Dann weiß, ganz heiß,
Wer, was wer weiß,
Und wer es weiß,
Gewinnt den Preis.

Marvin Alpert

Mittwoch, 17. Juni 2009

Ich und mein Schulbus, wir sind ein Team!

Ich stehe an der Bushaltestelle. Die Sonne scheint leicht, nicht unangenehm, mein Schulweg war soweit ganz okay, die Bäume rascheln über meinem Kopf und der Mülleimer neben mir riecht wie ein Mülleimer eben riechen soll.
Nach Yasmin.
Einige Kinder kommen aus den gepflegten, und schönen Häusern, die keine langweiligen Vorgärten haben, und stellen sich schon mal an, denn wir wollen kein Gedrängel an unserem geliebten Bus.
Die Sonne wird stärker.
Ich schließe genießend die Augen. „Naja! Der Bus!“ , werde ich mit lieblicher Stimme geweckt, kaum zu unterscheiden von dem Gesang der Vögel.
Ein Lächeln huscht über meine Lippen, als ich das Objekt der Begierde erblicke.
Unser Bus.
Der Grund, warum ich jeden Morgen fröhlich und ausgeruht aus dem Bett hüpfe, meine Zähne lachend putze und meine Katze füttere.
Unser Bus.
Es gibt nichts Schöneres auf der Welt.
Der Lack ist himmelblau, die Scheiben klar, der Busfahrer hat noch bessere Laune als ich.
Eine wunderschöne Treppe, die mit rotem Teppich bezogen wurde, wird ausgefahren.
Man hat wirklich an alles gedacht.
Ich grüße meinen Fahrer, jeden Morgen das freundliche Gesicht und zeige meine Busfahrkarte.
Er kennt mich, aber ich habe es mir angewöhnt, aus der Zeit, als wir noch in Negenbargen im Schlamm einsteigen dürften…vergessen wir das.
Die Zeit ist anders und ich sinke seufzend in die hellen, lederbezogenen Sessel.
Eine hübsche Lady fragt mich, ob ich einen Kakao möchte, ich frage nach Kaffee.
Natürlich kein Problem.
Mir wird gleich noch ein Croissant serviert und ich freue mich schon, wenn ich heute nach Hause fahren darf mit dem himmelblauen Gott.
Ich schaue heraus.
Die Natur schaut zurück, der Bus braucht keine Straße, fliegt durch den Morgen.
ich klappe den intrigierten Laptop (Vordersitz) auf, und logge mich eben bei meinen Lieblingsseiten ein.
Schaudernd erinner ich mich an die alte Zeit, als kleine Kinder ihre Handys laut hatten und wir den Einheitsbrei von Musik hören mussten.
Nein, erinnere ich mich, diese Zeit ist vorbei.
Gestorben.
Manchmal vermisse ich es fast, manchmal packt es mich, aber ich brauche nur auf die Gesichter meiner Mitfahrer zu schauen- pure Entspannung.
Ich unterdrücke ein Lachen, als ich sehe wie ein Junge einschläft. Ich kann ihn verstehen.
Viel zu bald sind wir da.
Die Lady verabschiedet und mit einem strahlenden Lächeln, sie liebt ihren Job. Wir verabschieden uns auch, wie könnten wir auch anders bei diesem Charme?
Für unseren Fahrer gilt das gleiche.
Auch die Schule hat sich gewandelt.
Es ist nicht mehr das alte Backsteingebäude, das manchmal trist, manchmal einladend aussah.
Es hat einen bunten Anstrich, das Dach besteht aus Solar- Dachpfannen, wir sind schon lange soweit mit der Technik.
Den Parkplatz brauchen wir nicht mehr, alle fahren mit dem Bus, manchmal etwas befremdlich.
Morgens möchte keiner mit dem Mathelehrer diskutieren über das Schachspiel, das man nicht zu Ende führen konnte.
Aber all das stört nicht. Es ist nur anders.
Nicht mehr so wie früher.
Ich will eben die sonnegelbe Türe aufdrücken, als sie von alleine aufschwingt.
Natürlich. Wie konnte ich das vergessen?
Mein erster Weg führt mich ins E-Gebäude, zur Bibliothek, mit den großen, halbrunden Fenstern und den schönen Holzfußboden.
Hinter einem gewaltigen Eichenschreibtisch lächelt mich unsere Bibliotheksdame an.
Sie wirkt so glücklich. Wie wir alle.
Ich gebe ihr die 4 Bücher wieder, die ich ausgeliehen hatte, über Quantenphysik.
Nichts leichter als das, seit unsere Lehrer viel mehr Zeit haben, uns Dinge zu erklären, weil sie die Stundenpläne selbst bestimmen.
Sie dankt und ich grüße sie zum Abschied. So eine liebe Frau.
Ich renne fast die neue Treppe hoch, sie sich hell vor mir erstreckt und betrachte staunend die hellgrünen Wände, die Frau Hofmann im Alleingang gestrichen hat. Wundervolle Farbwahl, die Bilder harmonieren damit.
Ich rieche genießerisch. Es stehen Lilien auf den großen runden Tischen, der in der Halle steht.
Meine Lieblingsblume.
Die Fichtenholztüre zu meiner Klasse steht schon offen.
Ebenso die Fenster, um den Frühling zu begrüßen.
Ich tanze fast in unser Sekretariat, das gute Laune versprüht und hole unsere schönen Klassenbücher ab, majestätisch in schwarz gebunden.
Keiner hat vergessen einzutragen.
Mein Klassenlehrer begrüßt mich, ich grüße so hastig zurück, das ich über die Wörter stolpere.
Wir lachen beide.
Ich setze mich, zurück in der Klasse, auf meinen Stuhl, der mit roten Leinen bezogen ist. Unter meinen Füßen glänzt Walnussboden, die Wände haben einen Stilvollen cremefarbenden Anstrich.
Englisch steht als erstes auf dem Plan, ich kann es kaum erwarten.
Herr Rotthoff kommt rein, glänzender Laune- diese Zeit ist beinahe zu perfekt um zu existieren.
Er verkündet, dass er noch nie eine so gute Klasse korrigiert hat. Durchschnitt 1,3.
Ich bemitleide die armen, die eine Zwei geschrieben haben.
Arbeiten brauchen wir nicht mehr zu unterschreiben.
Es ist auch fast langweilig. Nur noch 1sen oder 2en.
Kein Neid mehr, kein „was hast du für eine Note?“
Als nächstes Mathe, ein ähnliches Spiel. Und dann Sport.
Sport!
Niemand sitzt mehr auf der Bank, weil er keine Lust hat, wir prügeln uns beinahe um die Wahl der Mannschaften, als Volleyball ansteht.
Schließlich ist es entschieden.
Das Volleyballfeld erstreckt sich weich und weiß vor meinen nackten Füßen, ich habe die Schuhe schon in der Turnhalle ausgezogen. Klaut eh keiner, und der Pflaster ist so warm und sauber unter meinen Füßen, dass es Blasphemie wäre, ihm nicht zu ehren.
Der Ball kommt auf mich zu, ich schmettere ihn hart zurück, aber mein Gegner lacht nur.
Keine bösen Blicke mehr!
Nach Sport ziehen wir uns um und gehen duschen. Die Busse warten auf uns, und die Duschen laden ein, sich unter den warmen Strahl zu stellen. Jeder hat seine eigene. Kein Schamgefühl mehr, wir lullen uns in die warmen, flauschigen Handtücher ein, lachen und föhnen uns die Haare.
Wir haben schon frei.
Deutsch fällt aus.
Der Stimmungsumschwung ist greifbar. Enttäuschung. Schule schon aus?
Ich werde beneidet, weil ich das Klassenbuch noch zurückbringen muss.
Kann ich verstehen. Im Sekretariat frage ich nach, was denn mit unserem Lehrer sei. Sie schaut mich mitleidig an und erklärt, er habe sich heute unwohl gefühlt, es täte ihr leid.
Ich gehe deprimiert, doch meine Stimmung ist nicht von Dauer, als ich über das schöne Pflaster gehe.
Mein Bus.
da steht er wieder.

In diesem Sinne:

Auf zu neuen Taten!


Naja Mewes

Mein persönliches Paradies

Wenn der Stress dich aufrisst
Leg dich in dein persönliches Paradies
Weil nichts wie in Wirklichkeit ist
Und du nicht mehr weißt, was es hieß
in der kalten Realität zu leben
Zwischen bösen Blicken zu wohnen
Wo Menschen schweigen und nicht reden
Und Wahrheiten sich nicht mehr lohnen

Komm mit mir in mein Paradies
Ich zeig dir das und manchmal dies
Komm mit mir in mein Paradies
Komm mit mir, während du es liest
Weißt du wie es laufen sollte?
Was ich ändern würde, wenn ich wollte?

Ich würde diese Welt verändern
würde beginnen an den Rändern
Würde Leid und Armut vermeiden
Und die armen in Seide kleiden
Ich würde unsren Himmel färben
Hätte ein Schwert, ganz ohne Kerben
Um wie Justizia recht zu walten
Um Ungerechtigkeit zu spalten

In meinem Paradies gäb es kein
Kämpfen mehr und auch kein wein
In meinem Paradies wären nur wir zwei
Die Sonne scheint, es bleibt dabei



Jetzt haben wir nur ein Problem
Das mit uns zwei, das wird nicht gehen
Hast dich verliebt in diese Neue
Du weißt gar nicht wie ich mich freue
Wenn ihr zwei auseinander geht
Und die Welt, -wie ich´s will- besteht.

In diesem Sinne!


Naja Mewes

Samstag, 6. Juni 2009

"Spreu und Weizen"

Sitzend auf der holzgeschnitzten Lehne,
Stehend auf des Messers Schneide,
Schnellt das Blut durch jede Vene,
Langsam rauscht die unheilvolle Kreide.

Wovon es handelt, wird geschrieben,
Was es behandelt wurde oft erzählt,
Wie viel Wissen ist davon geblieben,
Das ist die Frage, die so quält.

Aufgaben so weit das Auge schaut,
Anders als oftmals gedacht,
Auch so schrecklich unvertraut,
Bemüht sind alle mit aller Macht.

Blätter vorher unschuldig rein,
Binnen Minuten, werden sie anders sein,
Abgegeben wird mit allem Mut,
Andere nahmen jedoch den Hut,
Wer vorher lernte, war gescheit,
Sagt sich, tut doch gut,
So eine Klassenarbeit.

JSm

Samstag, 18. April 2009

Ach ja? Da hatten wir ’ne Klassenfahrt??


Sie gleiten immer so leicht in die Vergessenheit, die Klassenfahrten. Deswegen werde ich hier unsere aus dem Jahr 2008 festhalten.
Ich überlege mir eben meine Perspektive… ich denke wir nehmen sie als Tagebuch, ist ja altbewehrt. Nur eins noch: Einzelheiten gibt’s nicht, denn eine Klassenfahrt besteht nicht aus einem Programm und es ist schließlich ganze 4 ½ Monate her, wie soll ich mich da noch an was erinnern?!
Nur eins hat sich in mein Gedächtnis gefressen: Es war am 10. November, am ziemlich frühen Morgen…


10. November 2008

Wir haben gefühlte 4 Uhr, mir ist kacke kalt und mein Vater sieht mich genervt an. Viel zu früh los gefahren und jetzt stehen wir auf’m Parkplatz und warten darauf, das endlich mal die anderen eintrudeln.
Ich bin ja ein Mädchen, hab also das inoffizielle Recht mindestens 3 Koffer mitzunehmen für 5 Tage. Hab ich dann auch gemacht. Rucksack, Koffer, Kulturbeutel, alles drin.
Also stehen wir da… und stehen… und man kennt das ja, mit der Zeit wird man unruhig. Da kommen dann Gedanken wie: Ist man wirklich richtig? War wirklich diese Bushaltestelle gemeint? Waren es wirklich 5 Uhr und nicht doch 4? Nach gefühlten 3 Stunden endlich ein Auto. Man hatte es ja nicht mehr zu hoffen gewagt. Irgendwie.
Es war Herr Asendorf und wenig später traf dann auch Herr Krebs ein, als weibliche Begleitperson Frau Hengstermann. Na super.
Also das soll jetzt keine Kritik sein.
Beim Anblick unseres Busfahrers überkam uns dann jähe Zuneigung: Der Mann sah so müde aus, wie wir uns fühlten.
Die Taschen wurden freundlicherweise verstaut (von uns selbst, aber immerhin durften wir den Bus berühren) und man ergatterte, oder man ergatterte nicht, einen der Fensterplätze.
Dann saß man da, es war draußen dunkel und es stürmte… die Stimmung mutete an wie der Vorspann eines Horrorfilmes zu werden, kann man ja behaupten was man will.
Nach.. wie viele Stunden Fahrt waren es? Ich denke um den Dreh vier oder fünf, kamen wir dann an in Berlin.
Jetzt kommt es aber darauf an, was man unter „ankommen“ definiert.
Man fragte sich eben, was das hier für ein komischer Vorort ist, als einem bekannt gegeben wird: Wir sind da. Oh? Sind wir doch so weit von der Innenstadt weg, oder sieht das nur so aus?
Von einigen Seiten kamen dann Sätze wie „Ist das da der Fernsehturm?“ Nein, das ist ein Telefonmast. Ungeschlagen: Ist das da die Ostsee?? Herrn Krebs hier ein Danke für seine Geduld.

Und dann sahen wir sie:
Die Jugendherberge am Wannsee, genauer am Nikolassee. Endlich da.
Und die Typen an der Rezeption waren ja auch nicht schlecht… ja, ist klar.
An diesem Tag fuhren wir dann auch das erste Mal Berliner U-Bahn „Kommt heil wieder, die Berliner haben gerne mal ein Messer dabei“ – ok Herr Krebs… warum sind wir noch mal dahin gefahren?
Eins müssen wir Herr Asendorf lassen: Sein Äußeres trügt!
Was ist dieser Mann gelaufen!!!!!!!
Kaum waren wir da, er war nicht mehr zu sehen.
Und er konnte auch nicht verstehen, wie wir denn nach drei Stunden Berlin nach fünf Stunden Busfahrt erschöpft sein konnten. Was ist nur mit der Jugend von heute.
Nachdem Tag eins mit einem überraschend leckeren Abendessen überstanden war, folgte Tag zwei.

11. November 2008

Es ist ziemlich früh morgens (7 Uhr) und wir müssen aufstehen wegen dem unerbittliche Timing von unseren begleitenden Lehrkräften.
Wer nicht pünktlich war wurde nicht von einem sanften Pochen an der Tür geweckt, sondern von dem Klingeln des Handys. Herr Asendorf als König der Technik war sich viel zu schade, Treppen zu steigen. Soviel zum Thema Sportlichkeit, und die anderen hatten schlichtweg keine Lust.
Also standen wir, von alleine oder geweckt auf, frühstückten und machten dann eine Sightseeing-Tour durch die Innenstadt.
Wir erfuhren eine Menge und vergaßen ziemlich alles, aber Fotos machen war Pflicht. Hinterher noch Berliner Hauptbahnhof angeschaut und Reichstag, wo uns noch ein Tag im Bundestag erwartete. Ja super.
Dieser erwartete uns dann auch gleich am Abend…oder war es am nächsten Tag?
Es kommt ja nicht so auf’s Zeitliche an, verschieben wir ihn auf morgen, dann hab ich da auch noch was zu erzählen.
Also machen wir am zweiten Tag shoppen gehen (mittlerweile bin ich mir sicher das Reichstag am zweiten Tag war) und liefen uns die Füße wund, während unsere Lehrer quietschfidel durch die Gegend liefen. Wie machten die das nur??
Auf der Rückfahrt erzählte uns Herr Krebs noch interessante Dinge aus der Kindheit und am Abend ein sehr lustiger…ein Versehen.
Ein Schüler der Parallelklasse (also von der G9d. Mit welcher Klasse waren wir nochmal auf Klassenfahrt...?) hat wohl Herr Asendorf ganz unabsichtlich mit einem Schüler verwechselt, und ihn konsequent geduzt. Das fand dieser nicht so lustig, und war bei aller Offenheit doch einigermaßen über die Dreistigkeit, (oder eher die Sehstärke) der Schülers verdutzt.
Nach mehrmaligem Ermahnen sah es der besagte Schüler IMMER noch nicht ein, dass der gute kein Schüler mehr war, was zu Unstimmigkeiten zwischen den beiden führte und schließlich dazu, das Herr Asendorf entrüstet ging. Kann ich voll verstehen, bin ich auch xD
Zwei Tage waren schon, folgt der dritte Tag, der eigentlich der zweite Tag war.

12. November 2008


Wieder mal früh aufgestanden.
Wir waren alle ziemlich zermartert, und manche auch schon pleite, dennoch stand heute zur freien Verfügung, und am Abend Reichstag.
Da der Vormittag und der Mittag individuell verliefen fangen wir gleich mit dem Abend an.
Es war abgemacht, das wir uns um…? Sechs? Uhr am Reichstag treffen, was in manchen Fällen sehr außergewöhnlich verlief. Wie kommen wir bloß auf die Idee, dass meine Gruppe dazu gehört hat?
Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mehr genau, wie es eigentlich dazu kam.
Wir sahen nur zwei Jungs aus unserer Gruppe auf uns zulaufen, verfolgt von einer (offensichtlich etwas verwirrten) älteren Dame, die die beiden aufs übelste beschimpfte.
Die beiden sind nicht gerade für ihre Unschuld bekannt, aber die Dame war wohl sehr rustikal, denn sie bekamen es wie wir mit der Angst zu tun, als die Dame mit einem Messer drohte. Wir gaben uns dann als Holländer aus, um nicht mit unseren Klassenkameraden in Verbindung zu geraten (man weiß ja nie was so passiert) und waren erleichtert, als wir endlich die Stufen vor dem Reichstag erreichten.
Rettende Gruppe.
Und holla! Von Finanzkrise aber mal gar keine Spur!
Unsere liebe Frau Merkel haben wir dann auch noch von weiten gesehen, aber das niedlichste an dem Abend war Herr Krebs, der aufgeregt sich reckte, um doch noch ein kleines Stück von Angela zu sehen zu bekommen und beinahe vom Stuhl fiel, als er meinte einen alten Klassenkameraden erkannt zu haben.
Er sah mit einem Schlag 20 Jahre jünger aus. Wirklich süß.
Nachdem wir dann also unsere Lehre aus dem Abend gezogen hatten (es ist absolut ok, sich in aller Öffentlichkeit auszulachen, beinahe schon ein muss), waren wir froh, endlich ins Bett zu kommen.

13. November 2008

Es ist 9 Uhr morgens, wir haben alle gefrühstückt und heute steht das ehemalige Gefängnis Brunschönhausen (hieß es so? Dafür haben wir ja sie Redaktion)
Auf dem Plan um abends…(jetzt wird’s peinlich) in die Kinderdisko zu gehen.
Herr Asendorf hat ja versucht uns zu erzählen, wir hätten da unbedingt hingewollt, aber wir wissen es selbstverständlich besser. Er war’s.
Brunschönhausen oder wie es hieß. Das war erschreckend realitätsnah, da nicht lang vorbei und wir mit Zeitzeugen sprechen konnten die teilweise gruseliger waren, als das Gefängnis an sich.
Wir verkauften Herrn Asendorf zeitweise als Deutschlehrer, als ihn der Zeitzeuge nach Franz Kafka fragte, und ließen Herr Krebs in Erinnerungen schweifen. Oder auch nicht.
Er fand das alles auf jeden Fall ziemlich klasse und ermahnte uns auch schön aufzupassen. Sieht man nicht immer. Hat er Recht.
Wir lernten also die modernen Foltermethoden kennen die nicht minder eklig sind als die mittelalterlichen, und erlebten mit, was so etwas aus Menschen machen konnte.
Danach ging’s gleich noch ins Jüdische Museum, was sich als sehr angenehm herausstellte und wir besichtigten einige Denkmäler. Es kann gut sein, dass das nicht alles an diesem Tag war, aber wie zu Anfang gesagt: Es kommt ja nicht so aufs Zeitliche an.
Am Abend gingen wir dann…ja…tanzen. Wenn man es so nennen mag. Also ich hab’s jetzt nicht so damit.
Hat sich auch als begründet herausgestellt als ich von einem Achselshirt tragenden älteren Schüler angetanzt wurde, den man als unattraktiv beschreiben könnte, wenn man nett sein wollte, und vorher noch schön im „Käfig“ getanzt hat. Mach mir den Tiger, Baby. Ich war entsetzt oder zumindest peinlich berührt und verbrachte den restlichen Abend still in meiner Ecke.
Unserer Lehrer machten sich hingegen erstaunlich gut unter der Jugend.
Muss man ihnen lassen.
Es fehlt nur noch ein Tag, dann habt ihr es geschafft. Wir fassen ihn kurz:

14. November 2008

Abfahrt. Leider. Auf dem Rückweg noch das Schloss Sanssouci besichtigt das in Potsdam steht und verbotener Weise die Seidentapete berührt. Muahaha. Herrn Asendorf beobachtet, wie er sich im Fenster die Haare richtet. Niedlich. Endlich zu Hause.
Aber Berlin war toll und unsere Lehrer super. Herzlichen Dank!

Stellvertretend für die G9d, Naja Mewes

Energie AG - Werbung muss auch mal sein

An alle die sie kennen: Alles klar, dann ist ja alles gesagt. An alle die sie nicht kennen: LESEN!
Die Energie AG.
Ja.
Was ist das eigentlich genau?
Sind das ein paar Spinner, die zwei Stunden pro Woche verschwenden, um in Excel rumzuhängen und langweilige Statistiken auszuwerten?
Im Wesentlichen: Genau das!
Aber wer ist das eigentlich? Und warum machen die das? Hat Greenpeace jetzt auch noch die Schule übernommen? Ist jetzt alles verloren? Alles kleine Aktivisten, die Terroranschläge aus dem Lichtschalter der Einrichtung verüben, und die Türen mit 5. Klässlern isolieren?
Och nein, so weit gehen wir eigentlich nicht.
„Wir“ sind eigentlich nur ein par gebeutelte 7- 11 Klässler deren Anführer Herr Asendorf ist, welcher uns regelmäßig animiert, die AG doch etwas populärer zu machen. Dieser Bitte wird hiermit Folge geleistet, und ich gehe auch noch darüber hinaus, indem ich unsere finsteren Machenschaften ein wenig transparent mache.
Oder das zumindest versuche. Meistens blicke ich da selbst nicht mehr ganz durch.
Das Hauptthema der Arbeitsgemeinschaft besteht darin, unsere Welt ein bisschen schöner zu machen. Das ist dann direkt auch der Grund für die endlosen Tabellen und Wärmemessungen, die wir so gerne unternehmen.
Denn der Klimawandel ist zwar breitgekaut wie kaum ein anderes Thema, (außer vielleicht Rassenfeindlichkeit) aber wie bei allem ist es doch so: Ja, ja, viel Geschwafel und hinterher doch nichts getan.
Das wollten wir ändern, getreu dem Motto: Anfangen anzufangen. So sitzen wir alle brav Donnerstag in der 8. und 9. Stunde im PC Raum bzw. dem Physikraum und überlegen uns Überlegungen, Klimaschutz etwas größer rauszubringen, die Resignation gerade der älteren Schüler, die sich „zu cool“ (was gar nicht schlecht wäre) dafür sind, oder „zu viel“ zu tun haben, zu unterbrechen und ein Gefolge für unsere Sache zu finden.
Man kann sich jetzt abwenden und sich sagen, dass einen das einen Scheiß interessiert, oder man kann sich sagen, dass einen das vielleicht zu interessieren hat.
Wir haben schließlich keine zweite Welt im Keller.
Aber was tut man eigentlich für Klimaschutz an unserer Schule?
Tatsache ist, dass es vor „uns“ keine ähnliche Aktion gab, wir alle sozusagen Pioniere sind in dieser Sache. Vorteil ist, dass wir umso mehr Geld bekommen. Und was fangen wir mit dem Geld an, dass wir vom Landkreis und von der Regierung bekommen haben, an?
Dafür haben wir unseren Herrn Asendorf.
Unser kleiner Computer-Freak surft dann im Internet und sucht die günstigsten oder eher preiswertesten Angebote verschiedenster Foltergeräte, genannt Luxmesser, Wärmemesser und Ähnliches (solltet ihr mal so einen kleinen schwarzen USB-Stick an der Wand entdecken, macht es anders als unsere Raumpflegerinnen und lasst ihn hängen, sonst habt ihr einen ganz bösen Lehrer hinter euch stehen) Manchmal bauen wir auch Miniaturhäuser, die wir verschieden isolieren, um zu demonstrieren, was alles Energie spart und so unserer Umwelt hilft. Auch an unterschiedlichen „Wettbewerben“ wird teilgenommen, bei denen es auch sehr lustige Fragebögen zu beantworten gibt.
Ich gebe zu, dass klingt jetzt sehr Greenpeace mäßig, aber wer Asi kennt, weiß dass es das auf keinen Fall ist.
Denn man sollte es bei allem Humor, den er uns und den wir ihm (bei mir auf entnervende Art) entgegenbringen, nicht außer Acht lassen, warum wir das machen.
Ich werde euch jetzt nicht mir Fakten bewerfen, die ich ohnehin nicht habe, weil ich viel zu faul bin, mir diese zu besorgen, aber ihr alle wisst, wie es um unsere Freunde auf den Polkappen geht und keiner will so richtig, das Köln bald am Meer liegt.
Ich mein, man kann ja was gegen die Niederlande haben, aber das sind quasi eure Nachbarn, d.h. wenn Niederlande futsch ist, braucht die Nordseeküste bald wohl auch 8 Meter höhere Dämme.
Das kann eigentlich nicht in dem gesellschaftlichen Interesse liegen, oooder????
Wieder mal lange Rede kurzer Sinn: SETZT EUCH FÜR KLIMASCHUTZ EIN, LEUTE!!!!
Es ist praktisch betrachtet so einfach, das man sich an den Kopf fasst, was die Menschen so alles machen: Wenn du den PC aus hast, dann STECK ihn auch aus! Wenn du aus dem Zimmer gehst, mach verdammt noch mal das Licht AUS!!!!
Alles so Kleinigkeiten, die unsere Welt beeinflussen können.
Mach einfach mal während des Zähneputzens das Wasser aus, und wie meine Eltern sagen, „Dusch kurz und bündig“
Es sind die Kleinigkeiten, die die Zukunft beeinflussen und das Weitdenken oder auch das nicht Denken der Jugend von heute zeigen.
Eins steht fest: Wir müssen uns ändern, von alleine wird das nichts.
Also: Nicht von der Seite gehen und sich fragen was ich für eine nervige Tante bloß bin, sondern mal wirklich nachdenken, was man eigentlich den Tag über macht.

Ganz liebe Grüße, eure Greenpeace- Lieblings Oma

(Wenn einer Fragen hat, oder Sonstiges: Herr Asendorf hat immer ein Ohr offen, manchmal auch zwei. Sehr leicht erkennbar an der Frisur und dem Gang)

Ich habe in drei Seiten drei Mal das Wort Greenpeace verwendet. Rekord!

Naja Mewes

Montag, 17. November 2008

Neue Essens-Regelung: Nimmt man uns als nächstes das Pausenbrot weg?


Seit einiger Zeit gilt an unserer Schule die auf dem Bild zu lesende Regelung. (Aufgrund der unaussprechlichen Aussage der Regel verzichte ich darauf diese auch noch auszuschreiben.) Die offizielle Begründung der Schule lautet, dass man das Müll-Problem bekämpfen wolle. Doch nach Meinung einiger Schüler dient diese Regel nur dazu, die Mensa nicht als totalen Fehlschlag gelten zu lassen. Mit dieser Regel soll nämlich die Position eines bestimmten Geschäfts, das sich mit dem Verkauf von Dönern und Pizzen beschäftigt, geschwächt werden. Dabei ist zu bedenken, dass es dieses Problem gar nicht geben würde, würde die Mensa öfters Essen kochen, das den Schülern auch wirklich schmeckt! Zum Müll: Spinnen wir den Faden einmal weiter. Was würde passieren, wenn sich über die Schule eine Müll-Lawine in Form von Butterbrot-Papier ergießen würde. Die logische Konsequenz wäre, dass die Schule den Schülern dann auch noch die Pausenbrote verbietet. Hoffen wir, dass dieser Fall nicht eintritt.


anonym